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Dezentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
Fußbodenheizung, Marmorheizung, Natusteinheizung, Dachrinnenheizung, Rohrbegleitheizung
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Lüften
Ein Mindestmaß an Lüftung wird durch den Frischluftbedarf gewissermaßen erzwungen. Der Mensch selbst verschlechtert die Raumluft durch die Atmung (Abgabe von Kohlendioxid). Darüber hinaus wird die Raumluft durch Gerüche und Dünste aus Küche und WC belastet, aber auch durch Substanzen, welche von Einrichtungsgegenständen wie Möbeln, Teppichen, Vorhängen usw. abgegeben werden.
Eine weitere wichtige, aber oft unterschätzte Belastung der Raumluft ist der Wasserdampf, der beim „Wohnen“ erzeugt wird. Allein die Feuchtigkeit aus der Atemluft kann bei 4 Personen bis zu 5 Liter Wasser pro Tag ausmachen. Dazu kommen die Verdunstung beim Kochen und die noch höhere Erzeugung von Wasserdampf beim Baden oder Duschen sowie die Feuchtigkeit, die von Pflanzen, Aquarien usw. abgegeben werden. Bei einem 4-Personen-Haushalt können es leicht 12 bis 15 Liter flüssiges Wasser pro Tag sein, die als Wasserdampf an die Raumluft abgegeben werden.
Beim Lüften nutzt man – meistens unbewusst – die Tatsache aus, dass warme Luft viel mehr Wasserdampf aufnehmen kann als Kalte. 20°C warme Luft kann mehr als fünfmal so viel Wasserdampf aufnehmen wie Luft mit -5°C. Oder umgekehrt ausgedrückt: Lässt man -5°C kalte Luft in einen Raum, so hat diese Luft nach Erwärmen auf 20°C eine relative Feuchte (abgekürzt r. F.) von rund 20%, d.h., sie enthält 20% der bei 20°C möglichen Wasserdampfmenge. Die beim Wohnen entstehende Feuchtigkeit muss hauptsächlich durch Lüften hinausbefördert werden. Ein Teil der feuchtwarmen Raumluft wird dabei durch kalte, trockene Außenluft ersetzt.
Die Wirksamkeit des Lüftens hängt vom Wetter ab. Im Winter, wenn die Außenluft kalt und damit trocken ist, kann mehr Wasserdampf „hinausgelüftet“ werden als in der Übergangszeit im Frühjahr und im Herbst, wenn die Außenluft nicht so trocken ist. Im Winter reicht es aus, über den Tag verteilt öfters, mindestens aber drei- bis viermal, 5 bis 10 Minuten bei ganz offenem Fenster zu lüften. Ist die Außenluft wärmer und damit auch feuchter, so sind häufigeres Lüften oder längere Lüftungszeiten erforderlich. Dabei ist zu beachten, dass öfters und kurz wesentlich wirkungsvoller ist als nur wenige Male und dafür länger. Dies gilt besonders für Schlafzimmer und Bäder.
In der Heizperiode sollte der Austausch der verbrauchten und mit Wasserdampf belasteten Luft gegen frische Außenluft möglichst rasch erfolgen, damit nicht mehr Wärme als nötig verloren geht. Dazu sind Fenster und Türen weit zu öffnen. Besonders schnell erfolgt der Austausch der Luft im Durchzug. Ein Dauerlüften durch Kippen der Fenster sollte während der Heizperiode unterbleiben, denn der Luftaustausch erfolgt dabei nur langsam. Der Luftaustausch über ein gekipptes Fenster dauert im Mittel fünfmal so lang wie über das ganz geöffnete Fenster. Bei der gleichen Menge Frischluft sind die Wärmeverluste bei gekipptem Fenster daher um ein Vielfaches größer.
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Bayerisches Staatsministerium des Inneren (Oberste Baubehörde) Auszug aus Druckschrift 33 „Gebrauchsgegenstand“ Haus/Wohnung - Stand: Oktober 2004 Text: Dr. Helmut Feltl, Icking
Schimmelpilze und richtiges Heizen und Lüften
Schimmelpilze und richtiges Heizen und Lüften
Richtiges Heizen und Lüften – da denken die meisten an den Griff zum Heizungsthermostat oder zum Fensterhebel. Doch ganz so einfach ist das nicht. Wer falsch heizt und lüftet- verschlechtert das Raumklima,
- fördert die Bildung von Schimmelpilzen,
- gefährdet seine Gesundheit (z.B. Allergien und Atemwegserkrankungen),
- riskiert Schäden an Möbeln und Bauwerk,
- zahlt zu viel Heizkosten und
- schickt Schadstoffe in die Luft.
Tipps für den Alltag
Die Raumtemperatur soll immer zwischen 18 und 22°C liegen.Das ist kostengünstiger, als die Räume erst kalt werden zu lassen und dann wieder aufzuheizen. Warme Luft kann mehr Wasserdampf speichern als kältere, so dass die Feuchtigkeit sich nicht an Wänden, Decken oder Möbeln niederschlägt, sondern in der Raumluft verbleibt und „weggelüftet“ werden kann – das Schimmelpilzrisiko sinkt. Thermostatventile machen es leicht: sie messen und regeln die Temperatur von selbst. Also nicht immer auf- und zudrehen.
Heizen und Lüften Sie alle Räume gleichmäßig und gleichzeitig – auch die weniger genutzten.Wird ein Zimmer nur gelegentlich oder durch die Nachbarräume „mit“-geheizt, stellen sich Feuchteflecken und Schimmelpilze fast zwangsläufig ein. Dabei ist es besonders problematisch, wenn z.B. nach dem Duschen die sehr feuchte warme Luft ins evtl. ungeheizte Schlafzimmer gelangt: die Feuchtigkeit schlägt sich an den oftmals sehr kalten Wänden nieder und kann zur Schimmelbildung führen. Stichwort: nie „nach innen“ lüften
Kontrollieren Sie selbst, ob Sie richtig Heizen und Lüften.Mit einem Thermometer messen Sie die Temperatur, mit einem Hygrometer die relative Luftfeuchtigkeit. Beide Dauermessgeräte sind im Fachhandel (z.B. Optiker, Baumarkt) erhältlich.
Tagsüber ist alle ein bis zwei Stunden Frischluft angesagt: Machen Sie für fünf bis zehn Minuten alle Fenster und Türen weit auf. So wird die Luft komplett ausgetauscht. Nicht nur Wasserdampf und ausgeatmetes Kohlendioxid, auch Zigarettenrauch, Schweiß, Möbelausdünstungen und andere Schadstoffe können abziehen.
Lüften Sie vor allem bei nasskaltem Wetter häufiger als im Sommer oder im sehr kalten Winter.Das mag unlogisch erscheinen, ist aber aus physikalischen Gründen erforderlich, da die Außenluft bei nasskaltem Wetter eine geringere Aufnahmekapazität für Wasserdampf besitzt als bei trockenem Winterwetter.
Neue Fenster – vor allem Isolierglasfenster – sind dichter als alte. Deshalb müssen Sie öfter lüften.Bei den alten Fenstern kann die Luft noch durch die undichten Ritzen und Fugen ziehen.
Kontrollieren und säubern Sie regelmäßig Luftgitter in Türen und Fenstern sowie Badventilatoren.So stellen Sie den Luftaustausch sicher. Die Ventilatoren in Badezimmern und Toiletten sind für den Abtransport der feuchten Luft erforderlich. Obwohl die Geräusche manchmal als störend empfunden werden, darf die Funktionsfähigkeit nicht beeinträchtigt werden. Das Zeitintervall des Nachlaufens beim Abschalten (oft mit dem Lichtschalter gekoppelt) darf nicht zu kurz bemessen werden.
Große Möbel haben vor kalten Außen- und Treppenhauswänden nichts zu suchen.Ausnahme: Die Möbel haben genug Abstand zur Wand und zum Boden (mindestens 5-6 cm) damit die Luft zirkulieren kann. Besonders gern macht sich Schimmelpilz in Ecken breit, in denen zwei Außenwände aufeinander treffen. Sorgen Sie dafür, dass auch diese Zonen gut belüftet werden. Dichte Gardinen und Vorhänge können beispielsweise eine unüberwindbare Barriere für Frischluft sein.
Verdecken Sie Ihre Heizung nicht mit Möbeln, Gardinen oder ähnlichem.Sonst kann sich die warme Luft nicht im Raum verteilen. Außerdem steigen die Heizkosten. Auch darf das Thermostatventil nicht verdeckt werden.
Vermeiden Sie Wasserdampf. Geht das nicht, lüften Sie sofort. Also:- gut Lüften beim Kochen und Wischen
- Nach dem Duschen die Duschkabine, Kacheln und Fliesen mit dem Gummiabzieher abtrocknen und lüften,
- Nach dem Duschen möglichst sofort bei weit geöffnetem Fenster lüften
- Wäsche nicht in der Wohnung trocknen
- Aquarien abdecken
- Auf Luftbefeuchter verzichten
- Blumen nur mäßig gießen
Anhaltswerte für die Feuchtigkeitsabgabe in die Raumluft:
| Quelle | Wassermenge pro Tag in Litern |
| Mensch | 1,0-1,5 |
| Kochen | 0,5-1,0 |
| Duschen pro Person | 0,5-1,0 |
| Topfpflanzen | 0,5-1,5 |
| Trocknende Wäsche 4,5 kg (Trommel geschleudert) | 1,0-1,5 |
| Trocknende Wäsche 4,5 kg (Trommel tropfnass) | 2,0-3,0 |
| Spülmaschine | ca. 0,2 Liter je Spülgang |
| Waschmaschine | 0,2-0,3 Liter je Waschgang |
| Aquarien, Zimmerbrunnen | 0,9-1,2 Liter je m² und Tag |
Gasküchenherde geben das bei der Verbrennung des Gases entstehende Wasser ebenfalls an die Raumluft ab.
Umluft-Abzugshauben über den Herden filtern nur die Fettanteile aus der Luft. Der Wasserdampf wird wieder in den Raum geblasen. Nur bei Abzugshauben, die die Abluft nach Außen abgeben, wird der Wasserdampf aus der Wohnung entfernt.
Heizkosten sparen
Wer seine Heizkosten nicht nur durch richtiges Heizen und Lüften, sondern auch durch Wärmedämmungsmaßnahmen senken möchte, sollte auf Fachleute setzen. Hinter falsch angebrachten „Dämm“-Tapeten oder –Platten fühlen sich Schimmelpilze richtig wohl und werden zudem oft nicht rechtzeitig entdeckt.
Quelle: Stadt Bielefeld – Umweltamt E. Becker-Knapp, M. Dünzer, 04. April 2002
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